Wer soll Schiedsrichter werden? DU!

  • Du fühlst dich jung — bist aber nicht zu jung (Mindestalter = 16 Jahre).
  • Du bist konditionell auf der Höhe und kannst nicht nur geradeaus laufen.
  • Du hast ein gutes Spielverständnis für Handball, eine schnelle Auffassungsgabe und kannst das Gesehene auch umsetzen.
  • Du bist ruhig und sachlich, aber Dein Auftreten ist konsequent und Du hast einen Sinn für Gerechtigkeit.
  • Du hast Spaß an einer verantwortlichen und verantwortungsvollen Teilhabe am Handballsport, für die es auch noch eine kleine Vergütung gibt.

Pfeil rechts Dann bist DU unsere Frau oder unser Mann!

  • Du bist unsportlich und hast nach 300 Metern keine Puste mehr.
  • Du bist eher tröge und nimmst Deine Umwelt kaum wahr.
  • Du kannst dich kaum entscheiden und bist eher unentschlossen.
  • Du bist eher extrovertiert und liebst „Große Auftritte“.
  • Du hast noch nicht einmal ein Fahrrad und bist eher immobil.

Pfeil rechts Dann bist DU uns sicherlich keine Hilfe und Unterstützung!

Diese eher plakativen Sätze sollen Dir zeigen, was wir erwarten und wen wir nicht suchen — egal, was man Dir im Verein sonst noch dazu erzählt hat.
Der Schiedsrichter ist die zentrale Person in einem Handballspiel. Von seinen richtigen oder (vermeintlich) falschen Entscheidungen können Sieg oder Niederlage abhängen — allerdings noch wesentlicher von den Leistungen der Spieler. Doch das ist egal. Einem Spieler vergibt man 10 Fehlwürfe schnell. Doch wie ist es mit einer vermeintlich falschen Zeitstrafe oder einem nicht gegebenen Siebenmeter kurz vor Schluss? Aber was sage ich Dir, Du spielst ja selbst Handball (oder hast gespielt) und weißt also sehr genau, wie das mit den Schuldigen ist.

Dass das Umfeld in den Hallen gelegentlich verbesserungswürdig ist, ist Dir auch nicht fremd. Eltern und Großeltern können schon mal zu Furien mutieren, wenn ihrem Nachwuchs vermeintliches Unrecht widerfährt.

Trotz all dem überwiegen die schönen Seiten der Schiedsrichterei bei weitem den Schatten.

Auch schlechte Spieler können sehr gute Schiedsrichter werden. Als Schiedsrichter ist ein sportlicher Aufstieg nach oben wesentlich schneller möglich, als in einer Mannschaft. Man spürt den persönlichen Erfolg, wenn man in einem wichtigen Spiel auch knifflige Entscheidungen richtig getroffen hat. Es ist ein schönes Gefühl, in einer vollen Halle höherklassige Spiele zu leiten.

Du siehst, bei uns findet eigentlich jeder seinen Platz.

  • Der junge Sportler, der die Schiedsrichterei als Leistungssport sieht und möglichst schnell mit seinem Partner (oder seiner Partnerin) in die Bundesliga will.
  • Der gestandene Handballer, der im Bezirk oder Verband attraktive Spiele im Gespann leiten will.
  • Und der Schiedsrichter, der sich zum Karriereausklang als Einzelschiedsrichter in der Nähe noch sportlich betätigen will.

Man fängt mit Spielen der C + D-Jugend an. Der Weg nach oben ist offen, bis man sein Level erreicht hat. Übrigens, Frauengespanne werden besonders gefördert.


13. März 2011, Autor: Ronald Balß