Regeltest Juli 2014

Folgende kleine Geschichte, die zwar erfunden ist, aber vielleicht so oder so ähnlich schon mal passiert sein könnte und gar nicht mal so abwegig ist.
Trainer Schlaumann schaut sich ein Spiel der Mannschaft aus A-Dorf gegen B-Dorf an. Am nächsten Sonntag spielt seine Mannschaft zu Hause in C-Dorf das entscheidende Spiel um die Meisterschaft gegen die A-Dorfer. In dem Spiel, das die A-Dorfer gegen B-Dorfer mit fünf Toren Unterschied gewinnen, machen die A-Dorfer gut ein Drittel ihrer Tore per Tempogegenstoß. Torwart Lulatsch wirft dabei zielsicher lange hohe Pässe aus seinem Torraum auf die beiden Außen im Bereich der gegnerischen 9-Meter-Linie. Die fangen die Bälle mit traumwandlerischer Sicherheit und verwandeln ihre Chancen eiskalt. Das bereitet Schlaumann arges Kopfzerbrechen. Seine Mannschaft ist in der Rückwärtsbewegung zu langsam, um diese “Waffe” entschärfen zu können. Mitten in einer schlaflosen Nacht hat er eine Idee. Er steht auf, schaut im Regelheft nach und liest die Richtlinien Spielflächen und Tore durch. Freudestrahlend geht er dann zu Bett: er hat die Lösung gefunden und beschließt seine Idee umzusetzen. Mit dem Hallenwart Schließmüller bespricht er nach dem Training am Donnerstag seine Idee. Schließmüllers Sohn spielt selbst im C-Dorfer Handballverein und nachdem Schlaumann alle Bedenken bei ihm beseitigen konnte, macht der Hausmeister mit. Zum Dank stellt ihm Schlaummann noch einen Kasten Bier in den Putzraum.
Es ist Sonntag und die A-Dorfer kommen zum Spitzenspiel nach C-Dorf in die Halle. Die A-Dorfer staunen nicht schlecht, als sie mitten in der Halle die Hallenabtrennung sehen, die etwa zur Hälfte heruntergelassen ist. Diese Abtrennung wird unter der Woche für den Schulsport verwendet, um die Halle in zwei Hälften zu teilen. Nun hängt dieser schwere Vorhang in einer Höhe von etwa 4 m über dem Hallenboden. Die A-Dorfer sind entsetzt. Sie wissen, so kann Torwart Lulatsch nicht einen Ball auf die schnellen Außen spielen — die bleiben alle am Vorhang hängen und dann gibt es Einwurf für die C-Dorfer. Sie verlangen von Schlaumann, dass der Vorhang hochgezogen wird. Der erzählt etwas von einem defekten Elektromotor, der wegen Überlastung durchgebrannt sein, weil sich ein paar Schüler unten drangehängt hätten, als der Vorhang nach dem Schulsport hochgezogen werden sollte. Hausmeister Schließmüller, der inzwischen dazukam, kann dies nur bestätigen. „Aber das ist ja alles kein Problem. Die Halle ist bespielbar. Ist doch was ganz anderes als ein Regenwassereinbruch und außerdem entsprechen Spielfeld und Tore genau den Regeln. In den Regeln steht nix darüber wie hoch eine Halle sein muss.“ So Schlaumann zu den verdutzten C-Dorfern.
Es ist eine Stunde vor Spielbeginn und Du kommst aus der Umkleide in die Halle. Die Halle ist schon halbvoll Die C-Dorfer und Schlaumann umlagern Dich sofort. Was machst Du, lieber Schiedsrichter?

Antwort A)
Schlaumann hat Recht: In den Regeln und Richtlinien steht tatsächlich kein Wort über die Hallenhöhe. Die Spieler können sich die Bälle über „normale“ Entfernungen und auf der jeweiligen Spielhälfte problemlos zuspielen. Die Halle ist bespielbar: ich pfeife das Spiel an.

Antwort B)
Die Halle ist nicht bespielbar. Ich pfeife das Spiel nicht an, so lange der Vorhang nicht oben ist.

Antwort C)
Ich rufe den Klassenleiter an. Schildere ihm den Fall und er soll entscheiden, ob gespielt wird oder das Spiel neu angesetzt wird.

Dein Name:
Antwort A:
Antwort B:
Antwort C:
Deine IP-Adresse:
wird nicht veröffentlicht!
54.227.97.219