Diskussions-Forum Nikotin und Alkohol

Statement des AK Methodik zum Nikotin- und Alkoholmissbrauch in den jüngsten Altersklassen

Der AK Lehrwesen des Handballkreises Bergstraße hatte in seiner Sitzung vom 26. Oktober 1998 folgendes diskutiert und beschlossen:

Aufgrund der Erfahrungen bei der Durchführung der Bergsträßer Jugendhandballtage im Juni diesen Jahres wird in den kommenden Jahren bei der Durchführung des Handballturniers der Hinweis auf den Einverständniserklärungen der Eltern gemacht, daß wir uns bei Alkohol- bzw. Nikotinmißbrauch, sowie mutwilliger Zerstörung von Eigentum die Möglichkeit herausnehmen, die Eltern zu informieren und den Spieler direkt nach Hause schicken.

Der AK Lehrwesen hat sich aus gutem Grund dazu entschieden, die jüngeren Jahrgänge in dieses Turnier einzubinden (12—15 Jahre). Leider war jedoch in diesem Jahr vermehrt zu beobachten, daß die Jugendlichen mit dem VORSATZ zu dem Turnier reisten, am Abend alkoholische Getränke zu konsumieren und Zigaretten zu rauchen. Nicht nur die Talentförderung, sondern jeder Verein kann und darf dieses Verhalten nicht gut heißen. Insbesondere dann nicht, wenn die Leistungsfähigkeit am nächsten Tag darunter so stark leidet, daß die Spieler nicht oder nur vermindert einsatzfähig sind. Desweiteren ist der pflegliche Umgang mit den Sportstätten scheinbar nicht jedem Sportler geläufig, Auswüchse von Zerstörung, Beschmierung und Verdreckung sind leider keine Ausnahme.

Das Verhalten der Spieler resultiert allerdings häufig auch aus den scheinbar (handball-)üblichen Gebräuchen, Turniere vermehrt als „Sauftouren“ zu betrachten, wo die sportliche Komponente in keiner Weise mehr im Vordergrund steht. Als Vorbild — und das ist in diesem Kontext zu unterstreichen — dienen hier nicht selten die Gepflogenheiten innerhalb der einzelnen Vereine und der Trainer bzw. das Verhalten der Erwachsenenmannschaft. Seien Sie sich darüber im Klaren, daß nach durchzechten Nächten nicht selten besoffene Spieler auf dem Spielfeld stehen, die deutlich verletzungsanfälliger sind – Versicherungen fragen immer mehr auch nach Hintergründen der Unfälle. Seien Sie so mutig und lassen Sie noch trunkene Spieler auf der Bank sitzen, zudem diese Spieler meistens noch übermüdet sind!

Die Eindrücke, die viele Mannschaften bei ihrer Abschlußfahrt nach Spanien, Türkei oder Italien hinterlassen, deuten häufig auch eher auf Trinksportvereine als auf zivilisierte Menschen hin. Seien Sie sich auch hier bewußt, welchen Eindruck Sie im jeweiligen Land hinterlassen!

Jeder, der eine Jugendmannschaft trainiert, sollte sich als Trainer seiner Vorbildfunktion bewußt sein. Es kann nicht hingenommen werden, daß der Trainer einer Mannschaft seiner Aufsichtspflicht aufgrund zu starken Alkoholkonsums nicht mehr nachkommen kann. Auch das häufige Rauchen am Spielfeldrand bei Freiluftturnieren ist in stärkster Form zu verurteilen. Vielleicht überlegen sich Turnierveranstalter auch auf diesem Gebiet härter durchzugreifen und Verbote in dieser Richtung auszusprechen. Das beinhaltet auch, alkoholische Getränke, wenn überhaupt, altersgemäß auszuschenken, sowie den Ausschank zu bitten, stark alkoholisierten Personen keinen Alkohol mehr zu geben — auch mit der Gefahr hin, Umsatzeinbußen zu machen.

Der Sinn eines Turniers sollte vermehrt auf dem Gruppenerlebnis und dem sportlichen und freundschaftlichen Vergleich gelegt werden. Es geht hier nicht darum, jeglichen Alkoholkonsum zu verteufeln, der Aufruf hier dient dazu, sich wieder mehr dem eigentlichen Sinn eines Turniers klarzuwerden und Auswüchse, die Turniere zwischenzeitlich häufig darstellen, einzudämmen. Schließlich soll es nicht innerhalb der Mannschaft heißen: „wir gehen zwei Tage saufen“, sondern eher „wir fahren mit unserer Mannschaft auf ein Turnier“!

Ein erster Diskussionsbeitrag zu dieser Thematik kam von Jürgen Abel aus Bayreuth, der kritische Anmerkungen zur Alkoholproblematik und weiteren Situationen macht. Weitergeführt wird die Diskussion von Markus Biering, der eine etwas andere Position in dieser Diskussion einnimmt. Ein weiterer Beitrag stammt von Jörg Dreher, etwas gegensätzlich äußert sich Christian Faulhammer.

Hoffentlich folgen noch andere Beiträge…!

Weitere Meinungen zu diesem Thema werde ich gerne hier veröffentlichen. Senden Sie Ihre Gedanken an:

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